Theorie und Praxis

1978 wurde in Bonn das Institut für angewandte Kommunikationsforschung in der Außerschulischen Bildung - IKAB e.V. - gegründet.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, durch Interkulturelle Politische Bildung zum Gelingen einer Europäischen Bürgergesellschaft beizutragen.

Die aktive Beteiligung junger Menschen aus allen sozialen und kulturellen Gruppen Europas steht im Mittelpunkt dieser Arbeit.

Die systematische Verbindung von Theorie und Praxis ist uns besonders wichtig. Das Institut hat sich der angewandten Kommunikationsforschung auf der Basis sozialen Lernens und zwar vorrangig im interkulturellen Kontext verpflichtet. Wir setzen neue Entwicklungen der Theorie außerschulischer Bildung in die Praxis um und entwickeln und erproben auch selbst eigene Theorieelemente und stellen sie zur Diskussion.

Für die Organisation und Durchführung unserer Bildungsprogramme ist das IKAB-Bildungswerk e.V. verantwortlich, das sich im selben Haus befindet.

In unseren Seminaren und Trainingskursen spielen soziales Lernen und der Erwerb interkultureller Schlüsselkompetenzen eine wesentliche Rolle. Das Programm regt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu an:

  • sich auf neue Erfahrungen mit sich und ihrer Umwelt einzulassen
  • sich in Menschen anderer kultureller Tradition und ihre Lebenssituation hineinzudenken
  • Sachverhalte aus der Perspektive anderer zu betrachten und darüber die eigene Sichtweise neu zu überdenken
  • eigene kulturelle Prägung und ihren Einfluß auf Wahrnehmung, Denken und Verhalten zu erkennen
  • zu lernen, widerstrebende und unangenehme Gefühle auszuhalten

Durch das Zusammenleben und -arbeiten unter einem Dach werden soziale Umgangsformen entwickelt, die auch für toleranten Umgang im eigenen multikulturellen Alltag wichtig sind.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer internationalen Jugendprojekte gelangen über unser europäisches Partnernetz in der Berufsausbildung und Bildungs- und Sozialarbeit zu uns und sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. Wir leisten kurzzeitpädagogische Seminar- und Projektarbeit, die eng in die langfristige Tätigkeit unserer Partner eingebunden wird.

Unsere Trainingskurse richten sich an professionell sowie ehrenamtlich tätige Multiplikatoren in der Jugend- und Sozialarbeit, die bereits Erfahrungen mit interkultureller Arbeit haben und einzelne Aspekte internationaler Jugendarbeit vertiefen wollen, oder sich erstmals diesbezüglich qualifizieren möchten.

Unsere Seminarthemen reichen...

von A   Allein mit Kind und ohne Arbeit
Situation und Probleme alleinerziehender Frauen in Deutschland und Frankreich, nationale und europäische Förderpolitik
über K   Kreativität gegen Ausgrenzung: Gestaltungsräume schaffen, "Jugend für Europa" nutzen!
Internationaler Trainingskurs zur Gestaltung europäischer Jugendaustauschprojekte als Lernfeld gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus
bis Z   Zwerge, Feen, Hexen und Riesen
Märchen als Ausdruck der Gesellschaft und Kultur ihrer Zeit und ihre Bedeutung für Kinder und Jugendliche heute

Mit ca. 45 Maßnahmen erreichen wir jährlich etwa 1.500 junge Menschen, davon rund die Hälfte aus Deutschland, wo auch etwa 60% aller Begegnungen stattfinden. Der überwiegende Teil aller Maßnahmen wird in enger Kooperation mit unserem institutionellen französischen Partner durchgeführt - 35% aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer leben in Frankreich. Der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener aus anderen Ländern beträgt etwa 15%; sie kommen aus nahezu allen Teilen Europas.